81° Nord / Ready to crash

Der Pol. unwahrscheinliche Welten oder?
ich sage diese Worte wenn ich von einer Zivilisation entfernt bin. Wenn ich jeden Fesselballon, jede Schiff und jeden  Zeppelin bereits genommen habe um vor euch, vor ihnen, vor jedem einzelnen wegzulaufen. Ob ich das jetzt schaffe ist garnicht der Punkt . Das finanzielle Investment in diese Gegebenheit macht mich doch schon durchweg interessant genug oder? Ich baute mir einen Ballon und nehm Ihn von hier weg. Ich fliehe, ich gehe und ich bin raus. Aus dem System in das ich gestern, letzte Woche, letzte Woche noch um jeden Fall rein wollte – an allen Schranken vorbei habe ich das Helium heimlich nachgefüllt, damit ihr nicht merkt das wir fallen. damit ihr glaubt wir überwinden  Hindernisse während wir eigentlich doch nur Hindernis für Hindernis durchschlagen mit unseren viel zu undichten Nähten. 8 Millionen Pariser Damen stickten uns acht Millionen Nahtpunkte.  Acht Millionen mal durch meine Oberfläche die ich für ach so relevant erachte. Und stich  stich stich  stich in diesen Fesselballon wird die Wahrscheinlichkeit geringer jemals irgendwo anzukommen wo es nicht gerade Nordpol ist als o selbst Nordpol erscheint als durchweg unabwägbar unerreichbar unabwägsam unzerlegbar erlegbar, ablegbar erreichbar erreichbar erreichbar erreichbar und im Endeffekt wollt ihr doch lieber  das ich genügsam bin und nicht überheblich und wenn ich das sage bin ich schon Meta und wenn ich schon Meta nicht mehr genügsam und wenn ich so rede schon viel zu viel  Gelaber und  wenn ich so labe r dann viel zu viel Meta und wenn auch schon Meta? Ja eben  kenne,  also bin ich hier nach 111 Tagen Metern Boden vor Hundeschlitten und Zeppelinen vor Ballonhülsen die sich nicht mehr auffüllen lassen und Eisbären die ihre zähne fletschen beim Anblick meines nackten Fleisches das ich euch nur zeige wenn ich glaube das man das so macht; wenn man also sein nacktes Fleisch zeigt in der Arktis, an den Polen, im Eis,  im Wald  im Schnee der ja noch kommt im Sein das ja bis gestern –
Ach Quatsch !!!!!!!
Ich bin doch hier und ich bin  runtergestürzt  mit Lemnkseilen und Troubardouren mit Ballonhülsen und Seiden und Stoffen und  Chemikalien, die mich bis hier bringen sollten! wenn  alles versagt schiebe ich es auf meine eigene Wissenschaft, auf das Menschliche, das Utopische, das Scientifikische,  das Jules-Vernsche,  das Sein das bla blabbla bla bla bla blba blab lbal bla blbla
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Ich bin doch nicht euer Fesselballon ich bin doch nicht trunken nur weil weil ich Angst habe euch ins Gesicht zu sehen, aus euren Gesichtern zu lesen, ich habe doch einfach nicht das wissen ob euerer Arroganz, eures Wissens, eurer Texte, euerer Ideen und Vorstellungen.Lasst mich doch erstmal aussteigen und sterben und dann bringt mich  die schwedische Gar de nach hause auf einem Tanker und alles wird gut und alles ist Ende und Ende ist alles und ich  bin  nie mehr ich der ich sein muss sondern endgültig hier. Jetzt und da ich bin ein Port. danke. danke für die Longitude. danke für die Langitude danke für die Koordinaten.

Aufführungen:

  • 18.11.2009: ähm [ɛːm] / Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen
  • 29.01.2011: “artist in residence: HL 119” Teil II

Links:

  • Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (http://www NULL.uni-giessen NULL.de/theater/veranstaltungen/archiv/526)