1984

„Big Brother is watching you.” Im Staat Ozeanien sichert die allgegenwärtige Überwachung der Gedankenpolizei die Herrschaft der Parteielite und des „Großen Bruders”. Die Mitbestimmung des Volkes ist abgeschafft, Informationen über das Zeit- und Weltgeschehen werden zugeteilt. Winston Smith widersetzt sich heimlich der Partei und führt Tagebuch über seine verbotenen Gedanken und Gefühle. Als er Julia kennenlernt und sich die beiden entscheiden, gegen das System zu rebellieren, sind sie bereits in die Schusslinie der Partei geraten.
Spätestens seit Edward Snowden wissen wir, dass sich durch das Internet ganz neue Möglichkeiten staatlicher Kontrolle eröffnet haben. Und so betrachten Duncan Macmillan und Robert Icke den meistgelesenen Science-Fiction-Roman der Weltliteratur aus einer neuerlichen Zukunft, dem Jahr 2050, und fragen, wie sehr man Fakten trauen darf und welchem Wechselspiel Wahrheit und Propaganda unterliegen.

 

 Glitzernde Vorhangstoffe an den Rändern machen die Bühne zum Guckkasten. Im Hintergrund eine Projektion. “1984” steht dort, ein Fragezeichen kommt dazu. […] An der Tafel entstehen live auch die Projektionen für den Hintergrund – nach dem guten alten Overheadprojektor-Prinzip. Auf ein in die Tischplatte eingelassenes Glas wird gezeichnet, wird geschrieben, werden Kaffeebohnen geworfen – an der Wand sieht man das Abbild davon. […] Mit starken Bildern wird das Regime der Angst beschrieben. Beim von der Partei verordneten Zwei-Minuten-Hass fluchen und hetzen die Darsteller lautlos zu “Freude schöner Götterfunken”. […] Die Inszenierung ist konzentriert, kein Regie-Experiment, klassisch im positiven Sinn. Und sie zeigt, dass Orwells drastische Warnung vor dem Totalitarismus an Aktualität – leider – nichts eingebüßt hat.

Alexander Jürgs, Nachtkritik, 14.11.2015 (http://nachtkritik NULL.de/index NULL.php?option=com_content&view=article&id=11774:1984-in-giessen-findet-thomas-oliver-niehaus-starke-bilder-fuer-george-orwells-duestere-visionen-eines-totalitaeren-staatswesens&catid=190:stadttheater-giessen&Itemid=100089)

Aufführungen:

  • 14.11.2015, Stadttheater Gießen | Premiere
  • 27.11.2015, Stadttheater Gießen
  • 04.12.2015, Stadttheater Gießen
  • 11.12.2015, Stadttheater Gießen
  • 30.12.2015, Stadttheater Gießen
  • 08.01.2016, Stadttheater Gießen
  • 24.01.2016, Stadttheater Gießen | Karten (http://webshop NULL.stadttheater-giessen NULL.de/eventim NULL.webshop/webticket/ticketshop?event=4188)