[:de]Am Ende der Treppe, hinter dem leuchtenden Korridor, befindet sich eine Schleuse zu einer phantastischen Station. Darin Fragmente einer fünfundsiebzigjährigen Forschungshistorie, aufgetürmt in Aufzeichnungen über Aufzeichnungen – Untersuchungsreihen über die Kommunikationsversuche zu einem fremdartigen, außerirdischen Wesen und deren Scheitern. Die Besatzung scheint hinter den Wänden Versuche durchzuführen. Hin und wieder zeigen sich tierartige Figuren und Simulationen. Unter Verwendung von Elementen und Motiven des Science-Fiction Romans Solaris (Stanislaw Lem, 1961) ist Zakopane eine philosophische Parabel über den Kontaktversuch des Menschen mit einem fremden Planeten, der Einordnung und Verstehen übersteigt. Die Installation besteht als begehbare Forschungsstation. Generiert durch die Entscheidungen jedes Besuchers entsteht darin eine Performance, die bei jedem Durchgang zu etwas Anderem wird. Alle Ereignisse vor Ort werden live erzeugt und mutieren ständig. Schön, dass Sie da sind. Sie finden uns.

Konzept & Performance: Jost von Harleßem, Hanke Wilsmann
Mitarbeit vor Ort: Nana Melling, Philip Albus (Musik)

Ausflug auf Stanislaw Lems Raumstation

In der Installation “Zakopane” in Gießen begeben sich die Besucher auf die Raumstation aus Stanislaw Lems Science-Fiction-Roman “Solaris”. Das Künstlerduo Jost von Harleßem und Hanke Wilsmann hat einen Parcours durch geschickt gebaute Theaterkulissen geschaffen. […] Zakopane” ist ein leichtfüßiger, 15-minütiger Parcours durch geschickt gebaute Theaterkulissen, Licht- und Klangeffekte. Mit gelungenen kleinen Persiflagen auf Horroreffekte, wie den batteriebetriebenen Kriechtieren, die aus einer Luke herauspurzeln, die man in der Wand des Zentralraumes öffnen kann. Auf Stanislaw Lems grausame Wunder wie in “Solaris” muss man in “Zakopane” verzichten. Das Gießener Gewerbegebiet, in das man nach der Aufführung wieder ausgespuckt wird, ist vielleicht auch schon grausam genug.

Ludger Fittkau, Deutschlandradio Kultur, 11. Januar 2016

Raumstationsvisite – Gießen öffnet sich ins Weltall

Am kommmenden Samstag und Sonntag kann in Gießen […] die Installation “Zakopane” nach dem Roman “Solaris” von Stanislaw Lem erkundet werden und damit die nahe Zukunft übersprungen werden, um in die fernere zu gelangen: Die von dem Künstlerduo Jost von Harleßem und Hanke Wilsmann auf die Erde geholte Raumstation […] ist von ihrer Besatzung bereits verlassen. Sie benimmt sich je nach Besucherverhalten mal hilfreich, mal launisch und übertrifft an Unberechenbarkeit damit jede Computersimulation. 

Dietmar Dath, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Januar 2016

[:en]At the end of the stairs, behind the glowing passage, there is a gate to a fantastic space station. In it: remains of a seventy-five-year long research history. Heaped up in scripts over scripts – a series of tests documenting the attempts to communicate with a strange, extraterrestrial entity and its failure. The crew seems to be running experiments behind the walls. Every now and then appear animal-like shapes and simulations. Like on the planet “Solaris” in Stanislaw Lem’s novel of the same title, in this performative installation we experience a secret place, which at the same time is a non-place – a space defying rational classification and understanding. The performance within develops and is generated by the decisions of the visitor, changing in every new passage – becoming whatever the person is bringing with him or her. All events are created live on-site and mutate constantly.
Good to have you here! You will find us.

Concept / performance: Jost von Harleßem / Hanke Wilsmann
Collaboration: Nana Melling, Philip Albus (Music)[:]